Baby

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Habe ich ein Schreibaby?

Diese Frage stellen sich viele besorgte Eltern, deren Baby viel weint. Dabei ist es gar nicht wichtig, ob ein Kind die offiziellen Wessel – Kriterien dazu erfüllt. Einzig und allein entscheidend ist, ob sich die Eltern durch das Schreien ihres Kindes in ihrer Beziehung zum Kind unwohl fühlen und sich im Umgang mit dem Kind beeinträchtigt fühlen. Die unten aufgeführten Situationen können ein Hinweis für eine mögliche Schreibabyproblematik sein.

Der Umgang mit dem Baby ist schwierig weil:

  • Es weint, nicht allein einschläft und nicht in seinem eigenen Bett bleiben möchte wenn es müde ist
  • Das Schlafenlegen lange dauert und Eltern viel beruhigen müssen durch Tragen, Schaukeln, Hüpfen, Autofahren, Singen, … bis das Kind endlich schläft
  • Das Stillen oder Füttern sehr lange dauert und die einzige Möglichkeit ist, das Kind zu beruhigen
  • Das Baby nur kurz schläft und dann wieder weinend aufwacht
  • Das Baby nicht abgelegt werden kann
  • Es viel Aufmerksamkeit und Beschäftigung braucht und den Eindruck macht, dass ihm ständig langweilig sei

Was die Eltern eines Schreibabys denken:

  • Ist mit meinem Kind vielleicht etwas nicht in Ordnung?
  • Was machen wir falsch?
  • Mag mich mein Kind vielleicht nicht?
  • Ich möchte doch so gern eine gute Mutter / ein guter Vater sein!
  • Ich bin manchmal so wütend, dass ich mein Kind am liebsten durch schütteln oder den-Mund-zu-halten zum Stillsein bringen würde!
  • Ich kann nicht mehr und wie soll es in Zukunft weitergehen?

Stille Babys

Es gibt auch Babys, die sehr still sind und man das Gefühl hat, dass sie ganz besonders pflegeleicht sind. Diese Kinder träumen sehr viel und obwohl sie wach sind, wirken sie als ob sie abwesend und ganz weit weg sind. Sie schlafen besonders viel und machen einen übermäßig angepassten Eindruck – als wollten sie auf keinen Fall Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Auch diese Kinder brauchen Hilfe, damit sie in eine lebensnotwendige Beziehung und Bindung zu ihren Eltern und Bezugspersonen kommen können.
Schließlich sind Sorge um das Kind und auch die Sorge um sich selbst immer ein Grund, sich Hilfe zu holen.

Das Baby lässt sich nicht abstillen

Eigentlich ist für die Mutter ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen als das Stillen nach großer Anstrengung endlich geklappt hat. Sie hat die Freude über ihren Stillerfolg verbunden mit der innigen Zweisamkeit sowie die Annehmlichkeiten und Vorteile des Stillens lange genossen. Doch mittlerweile ist das Kind groß und selbständig genug, um nicht mehr gestillt werden zu müssen. Doch es stillt sich nicht von allein ab. Bei der Mutter wächst der Wunsch nach mehr Unabhängigkeit und, dass der Vater oder vielleicht auch ein Babysitter das Kind ins Bett bringen können. Auch möchte sie nachts selbst einmal wieder durchschlafen, denn sie fühlt sich sehr erschöpft, weil das Kind nachts schreit und nur durch häufiges anlegen wieder zurück in den Schlaf findet.

Stress beim Füttern

Die Einführung von Beikost vom Löffel ist für ein Baby, aber auch für seine Mutter ein großer Schritt und die neue Erfahrung kann für beide mit ein wenig Unsicherheit verbunden sein. Das ist ganz unbedenklich, denn alles Neue macht uns zunächst erst einmal ein wenig unsicher. Aber mit etwas Übung gewöhnen sich beide – Baby und Eltern – an diese neue Erfahrung und haben dann Freude daran, das Neue zu genießen. Manche Babys lassen sich aber nicht so einfach überzeugen, vom Löffel zu essen obwohl sie gesund und groß genug dafür sind. Dann dauern Mahlzeiten sehr lang und Eltern haben manchmal das Gefühl, ihrem Kind ständig einen Happen in den Mund stecken zu müssen, damit das Kind wenigstens ein wenig isst. Essen ist dann keine gemütliche und entspannte Familienrunde mehr, sondern ein mit Sorge und Stress besetztes Reizthema, das für Eltern und Kind sehr nervenzehrend ist. Schnell haben Eltern dann auch das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren und fühlen sich durch eventuelles Erbrechen von ihrem Kind unter Druck gesetzt. Hinzu kommt die Sorge über Mangelversorgung und Untergewicht, die das Gefühl aufkommen lässt, dass das Kind vernachlässigt sein könnte.

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